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Genealogy:Von den Wasenmeistern, Scharfrichtern und Chirurgen in der Hinteren Grafschaft Sponheim
Posted by: Elmar Grünewald on Aug 4 2014 04:05

Von den Wasenmeistern, Scharfrichtern und Chirurgen in der Hinteren Grafschaft Sponheim

Mitteilungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde
Bd. 29, Jg. 68, H. 8
Otto Münster

Neubearbeitung: Kai P. Bauer

In früheren Jahren, als die Viehhaltung eine größere Bedeutung hatte als heute, und auch Viehseuchen in stärkerem Ausmaß grassierten, war die geordnete Beseitigung des verendeten Viehs für Mensch und Tier sehr wichtig. So bildete sich allmählich der Beruf des Abdeckers heraus. Seine Bezeichnung war je nach Gegend verschieden wie z.B. Wasenmeister - Schinder - Deglubitor (von deglubere = die Haut abziehen). In der Hinteren Grafschaft Sponheim auf dem Gebiet des Landkreises Bernkastel-Wittlich war die Bezeichnung Wasenmeister gebräuchlich.

Bei vielen Orten befindet sich noch heute die "Schinkaul" oder der "Wasen", die Stelle also, wo die Kadaver verscharrt wurden.

Bestimmte Städte und Dörfer bildeten das Gebiet einer Wasenmeisterei, in dem nur der von der Herrschaft ernannte Wasenmeister tätig werden durfte. Der Wasenmeister der Hinteren Grafschaft Sponheim hatte seinen Sitz in Starkenburg, wird aber, da für die Ausübung seines Handwerks Wasser notwendig war, seine Arbeiten im Ahringsbachtal verrichtet haben. Oft war der Arbeitsanfall so groß, dass er mehrere Knechte hielt, die aber nur im Ahringsbachtal wohnen durften. Der Meister selbst bewohnte ein von der Herrschaft gestelltes Haus in Starkenburg.

Neben der Beseitigung des verendeten Viehs hatte der Wasenmeister aber noch andere "anrüchige" Aufgaben zu erfüllen, wie die Leerung der Aborte der Burg, das Erschlagen umherstreunender Hunde während der "Hundstage", die Aufzucht einiger Hetzhunde für die Herrschaft und das Auslegen von Ködern am Luderplatz.

Dass alle diese Tätigkeiten eines Wasenmeisters - wenn auch notwendig - in den Augen der Mitbürger dazu führte, dass er mit seiner ganzen Familie auf der niedrigsten Stufe stand und zu den "unehrlichen" Leuten zählte, ist verständlich. Waren ursprünglich Wasenmeister und Scharfrichter verschiedene Personen, wobei der Scharfrichter sich höchstens einmal der Hilfe des Wasenmeisters bediente, so bildete sich doch bald der Brauch heraus, dass beide Ämter in einer Person vereinigt waren. Bemerkenswert ist, dass der Scharfrichter sozial höher stand als der Wasenmeister.

So erließ die Markgräflich Badische Regierung 1742/1743 noch folgende Verordnung:

§ 1
Schinders- und Henkersknechte sollen in den Wirtsstuben an einem separaten Tisch besonders gesetzt und aus besonderen für sie allein zu haltenden Geschirren bewirtet werden.

§ 2
Dieses soll aber nicht von Scharfrichtern verstanden, sondern solche gleich, anderen Gästen bewirtet werden.

Da aber seit dem Ende des 16. Jahrhunderts die Hexenprozesse aufgehört hatten, war der Arbeitsanfall des Scharfrichters weit geringer geworden, so dass sich dieser nicht mehr ernähren konnte. So hatte sich schon in dem Zeitraum, der zu betrachten ist, im Gebiet der Hinteren Grafschaft Sponheim die Vereinigung der beiden Ämter vollzogen. Der Scharfrichter war also sozial auf die Stufe des Wasenmeisters herabgestiegen.

Hatte die Regierung im Erlass über die Bewirtung von Wasenmeistern und Scharfrichtern einen Unterschied gemacht, so ist die nachfolgende im Jahre 1700 erlassene Verordnung kaum als eine Diskriminierung zu verstehen. Vielmehr sollte sie wohl das Amt des Scharfrichters besonders herausstellen.

Ich führe die Verordnung aber an, da sie in Starkenburg zu Misshelligkeiten führte und die Behörden über einige Zeit beschäftigte.

§ 1
Den Scharfrichtern und ihren Familien soll ein eigener Stuhl in den Kirchen angewiesen werden, dass sie nicht zu den Bedienten stehen. 11. Jan. 1720 (1).

Welche Aufgaben dem Wasenmeister und dem Scharfrichter zukamen, sagt ein Erbbestandsbrief, der 1774 ausgestellt wurde:

1.
Eberhard Schmid erhält für sich und seine Erben gegen Entrichtung des Laudemiums von 1 ½ Talern die Erbleihe über die Nachrichterstelle (Scharfrichter) in der ganzen Hinteren Grafschaft Sponheim - ausgenommen da, wo die Gemeinschaft mit anderen Herrschaften eine Ausnahme zulassen. (Z.B. im Dreiherrischen) - Das Laudemium ist eine einmalige Zahlung bei Kauf eines Grundstücks -. Sodann erhält Schmid die Erbleihe über die Wasenmeisterei im Oberamt Trarbach und im Amt Dill.
Er hat in allen vorkommenden Fällen die beiden Ämter fleißig zu versehen und seine Wohnung in Starkenburg zu nehmen. Wasser und Weide erhält er unentgeltlich.

2.
Bei vorfallenden Criminalsachen und peinlichen Exekutionen hat er die Befehle Hochfürstlicher Regierung auszuführen und sich mit dem zu begnügen, was ihm für seine Bemühung und Arbeit verordnet wird.

3.
Er hat sich aller verdächtigen und ungebührlichen Handlungen zu enthalten. Besonders wird ihm untersagt, Mittel zu gebrauchen, die zu einem Viehsterben führen und die Untertanen schädigen. Vielmehr hat er darauf bedacht zu sein, dass er nur Mittel verwendet, die Seuchen unter dem Vieh verhindern.
Dieser Punkt 3 lässt den Schluss zu, dass einige Wasenmeister in der Vergangenheit versuchten, ihren Gewinn unrechtmäßig zu erhöhen.

4.
Krepiertes Vieh darf nur der Wasenmeister abschleppen und abdecken. Für seine Bemühungen erhält er die Haut.

5.
Die Haut des mit Perlen (Tuberkulose) behafteten Viehs soll gemäß dem Vertrag von 1726 dem Besitzer zurückgegeben werden. Der Wasenmeister erhält nur den im Vertrag festgesetzten Lohn.

6.
Für die Benutzung des Erbbestandes hat Eberhard Schmid jedes Jahr an Martini an die Fürstl. Landschreiberei (Trarbach) den Canon von 20 Gulden zu entrichten.
- Der Canon entspricht der jährlichen Pacht -

7.
Wenn die Herrschaft es befiehlt, hat er durch seinen Knecht Luder auslegen zu lassen dort, wo es gefordert wird.
- Die Luder wurden zum Anlocken der Wölfe ausgelegt -
Ebenso hat er ein paar Hunde aufzuziehen, wenn die Herrschaft es verlangt.

8.
An die Rentkammer (Trarbach) hat er wie bisher 4 Halfter jährlich zu liefern.

9.
Um bei künftigen Sterbefällen nochmals Streitigkeiten unter den Erben zu vermeiden, bedingt sich die Herrschaft aus, unterer mehreren Erben den Fähigsten auszuwählen. Dieser hat aber die Miterben abzufinden.
Eberhard Schmid hat versprochen, sämtlichen Conditionen nachzuleben und sich wie es einem "frommen Scharfrichter und Meister gebühret" aufzuführen, damit gnädigste Herrschaft keinen Grund habe, den Erbbestand aufzuheben und eine Änderung herbeizuführen usw. usw.

Trarbach den 17.02.1774 Hochfürstl. Sponh. Gemeinschaftliche Rentkammer.(2)

Was die einzelnen Strafen betraf, so erhalten wir aus einer Taxe für Executionen aus dem Jahre 1700 Aufschluss. Zugleich erfahren wir aber auch, welch einträgliches Geschäft die Scharfrichterei sein konnte.
Sehr viele Scharfrichter und Wasenmeister betätigten sich als Chirurgen und Tierärzte; Nachkommen von diesen sind heute noch als Ärzte und Veterinäre tätig. Zwei Gründe mögen maßgeblich dazu geführt haben:

1. Es gab wenig studierte Ärzte.

2. Die Scharfrichter hatten sich verpflichtet, einen Gefolterten so zu behandeln, dass er nicht starb. So war er also gezwungen, sich mit der Anatomie des menschlichen Körpers zu beschäftigen.

Taxe für Exekutionen

1. Delinquent besehen, ob er schon eine Execution an ihm vollzogen 1 Thaler 30 Kreuzer
2. Mit Instrumenten zur Tortur aufwarten 1 Thaler 30 Kreuzer
3. Daumenstock anlegen 2 Thaler
4. Spanisch Stiefel anlegen 2 Thaler
5. Bei der Tortur anziehen 3 Thaler
6. Einen auf die Bank legen und mit Gerten streichen 3 Thaler
7. Einen an den Pranger stellen und mit Ruten streichen 2 Thaler
8. Einem eine Maulschelle geben 2 Thaler
9. Einem den Galgen aufzubrennen 3 Thaler
10. Einem Nasen und Ohren abzuschneiden 5 Thaler
11. Einem die Zunge abzuschneiden
5 Thaler
12. Einen mit glühenden Zangen zwicken 5 Thaler
13. Einem die Hand abzuhauen 5 Thaler
14. Einen mit dem Strang hinzurichten 7 Thaler 30 Kreuzer
15. Einen mit dem Schwert hinzurichten 7 Thaler 30 Kreuzer
16. Einen zu begraben oder das vom Galgen gefallene Gerippe 2 Thaler
17. Den Kopf oder eine Hand auf den Pfahl zu stecken 5 Thaler
18. Den Leib auf das Rad zu legen 5 Thaler
19. Einen zu radbrechen 12 Thaler
20. Einen zu verbrennen 5 Thaler
21. Den Scheiterhaufen aufzurichten 3 Thaler
22. Einen Selbstmörder zu henken (Selbstmörder wurden bestraft)
7 Thaler 30 Kreuzer
23. Einen zu vierteilen 12 Thaler
24. Die Viertel auf die Straße zu henken 3 Thaler
25. Wenn der Maleficiant mit dem Wagen zur Richtstatt geführt werden muß oder doch der Wagen zur Richtstatt mitgehen muß
3 Thaler
26. Einen einzusacken oder zu ersäufen 5 Thaler
27. Einen Soldaten an die Justiz anschlagen (Strafe für Deserteure)
3 Thaler
Die Aufstellung zeigt, wie grausam man in früheren Jahren mit Rechtsbrechern verfuhr. Die Rechtssprechung war noch vom Rachegedanken bestimmt.

Zum ersten Mal wird ein Scharfrichter von Trarbach am 10.02.1641 erwähnt, als er die Katharina Knebel in Winningen hinrichtet. Sie war als Hexe wegen Zauberei verurteilt worden und gehörte zu den Sponheimer Untertanen in Winningen.
So musste also der Scharfrichter von Trarbach her, um die Exekution durchzuführen.
Am 06.03.1645 wird in Enkirch ein Mörder hingerichtet, der einen Mord zwischen Trarbach und Enkirch begangen hatte. Wenn auch, wie so oft, der Scharfrichter nicht namentlich genannt wird, so können wir aber annehmen, dass es sich um Hans Henrich Dorsch handelte, der zunächst in Sobernheim tätig war und später nach Starkenburg übersiedelte.

Im Kirchenbuch von Wolf findet sich die Eintragung: "Hinrichtung auf Jubilate 1653 (3. Sonntag nach Ostern) durch Meister Henrichen". - Im Sterberegister von Irmenach steht: "Am 17.08.1674 beerdigt in Irmenach Dorsch Hans Henrich, gewesener Nachrichter, 60 Jahre alt."

Von diesem Scharfrichter Dorsch wissen wir nur, dass seine Frau Johanna hieß und wahrscheinlich eine geborene Bickler (Bückler) war, denn bei seiner 1659 geborenen Tochter treten als Paten auf: Sebastian Bickler, Scharfrichter im Amt Kirchberg und Anna Ursula Wolff, Tochter von Nikolaus Wolff, Scharfrichter in Kirn.

Hier ist gleich zweierlei zu bemerken:

1. Scharfrichter und Wasenmeister waren eng miteinander in den Sippen verbunden, wer sich mit ihnen einließ, wurde auch "unehrlich".

2. Die Sippe Bickler/ Bückler war eine weitverbreitete Sippe, der auch der Schinderhannes (Johannes Bückler) entstammte.

1622 wird Hans Thönges (Anton) Nagel, * Rhens 02.08.1597 als Sohn des Scharfrichters Johann Nagel und seiner Frau Margarethe, als Scharfrichter und Wasenmeister für die Hintere Grafschaft Sponheim mit Sitz in Hambach bei Niederbrombach ernannt.
Sein Amtsbereich umfasste die Ämter: Birkenfeld - Trarbach - Kastellaun - Dill - Herrstein - Winterberg und Allenbach. Nagel löste die aus Freisdorf stammenden Brüder Hermann ab.
Wie weit nun der o. g. Dorsch für den in Hambach wohnenden Nagel die Geschäfte im Raum Trarbach/ Starkenburg besorgte, ist nicht klar zu erkennen. Anzunehmen ist aber, dass Nagel das große Gebiet nicht allein versorgen konnte, sondern - wie auch in anderen Fällen - Henkersknechte einsetzte.

Ein Enkel Hans Peter des Hans Thönges Nagel heiratete 1676 in Heiligenbösch bei Birkenfeld eine Tochter des Dorsch.

Hans Thönges Nagel hatte 8 Kinder, von denen nur der um 1611 geborene Sohn Hans Adam Nagel bemerkenswert ist. Er muss seinen Vater vor 1644 als Wasenmeister und Scharfrichter abgelöst haben, denn dieser wird vor 1644 in Koblenz-Liebfrauen begraben. Wo der Sohn Hans Adam geboren wurde, konnte nicht festgestellt werden, da die Kirchenbücher oft lückenhaft sind und die Wasenmeister nicht immer am Dienstort wohnten.

Hans Adam Nagel war dreimal verheiratet:

1. Heirat Niederbrombach 16.01.1644 Magdalena Rautt, Tochter von Johann Rautt, Wasenmeister in Weiersbach (Nahe)

2. Heirat Heiligenbösch 09.04.1677 Anna Kremer, Tochter von Georg Kremer, gewesener Wasenmeister zu Siebenborn bei Noviand

3. Heirat vor 1673 (Ort und genauer Zeitpunkt unbekannt) mit Anna Margaretha Koller
Von Hans Adam Nagel und seinen drei Frauen sind 16 Kinder nachgewiesen. Von 1673 an tritt Hans Adam Nagel als Scharfrichter und Wasenmeister in Starkenburg auf, denn 1674 wird das 13. Kind in Starkenburg geboren. Von den Kindern interessieren hier nur folgende:

a)
Margarethe, * 15.02.1646 in Birkenfeld, oo Brombach 30.10.1661 Franz Wentz Sohn von Gerhard Wentz, Scharfrichter, Wasenmeister und Marktschreier in Lohr a. Main vorher Wasenmeister in Bernkastel.
b)
Hans Peter, * 03.07.1655 in Hattgenstein, oo Heiligenbösch 10.05.1676 Anna Catharina Dorsch, Tochter von Hans Henrich Dorsch, Scharfrichter in Sobernheim, später Starkenburg (s. vorn). Hans Peter wird Nachfolger seines Vaters in Starkenburg.
c)
Johann Adam, * Hattgenstein 23.09.1659, oo 14.01.1688 in Berglicht Anna Bickler (Bückler), Tochter von Lorenz Bickler, Wasenmeister in Heinzerath. Weil die Frau katholisch war, wurde die Ehe katholisch geschlossen; alle Nachkommen dieses Ehepaares waren katholisch. Von diesem Ehepaar wird das erste Mal in Heinzerath getauft, die weiteren Kinder aber werden in Starkenburg geboren und in der Klosterkirche in Enkirch katholisch getauft.
d)
Johann Nikolaus, * Starkenburg 27.07.1679, wird Wasenmeister und Scharfrichter im Amt Birkenfeld mit Wohnsitz in Rimsberg.
e)
Johann Matthias, * Starkenburg 27.04.1682, wurde einer der berühmtesten Scharfrichter des Hunsrücks. Nachfahren von ihm sind heute noch als Ärzte und Heilpraktikanten an Nahe und Glan tätig.

Hans Peter Nagel (siehe vorstehend unter b), seit 1686 als Scharfrichter und Wasenmeister in Starkenburg tätig, reicht 1714 beim Herzog in Birkenfeld eine Beschwerde ein, "dass er und seine Familienangehörigen einen besondern Platz in der Kirche in Starkenburg einnehmen müssen und beim Abendmahl nur zum Schluss gehen dürfen. Seine Kinder würden misshandelt schlimmer als Juden und Heiden."

Der Herzog, ein gerechter Mann, lässt an anderen Orten anfragen, wie es dort gehandhabt wird. Schließlich verfügt Christian Pfalzgraf bei Rhein und Graf von Sponheim, dass der Scharfrichter wie die anderen zu halten sei.

Aber das Konsistorium in Trarbach gibt nicht nach, sondern antwortet im März 1715: "... Anno 1700/01 beim Kirchenbau in Starkenburg wurden beim Einbau der Kirchenstühle dem Scharfrichter und seinen Leuten eigene Sitze gebaut, wozu er selbst den Maler seine Waffen wie ein Schwert und dergleichen aufmalen ließ.

In diesem Stuhl habe er auch bis vergangenen Jahres gesessen, bis sein Sohn (Joh. Adam Nagel) geheiratet.
Dessen Frau hat sich dann beschwert, denn andernorts hätte sie neben den Gemeinsleuten gesessen..."
Das Konsistorium stellt aber fest, dass andernorts die Scharfrichter auch als Letzte zum Tisch des Herrn gingen.

Über das Ende des Streites ist nichts zu erfahren, es ist aber anzunehmen, dass es bis zum Einmarsch der Franzosen beim bisherigen Zustand blieb (4).

Von Hans Peter Nagel ist der Fall einer Hinrichtung im Jahre 1721 bekannt, der wegen seiner Eigenartigkeit kurz geschildert werden soll.

Anton Ries, ein Hirtensohn und selbst Hirt trieb Sodomie mit einer Ziege. In einem längeren Verhör bekennt Ries, dass er nur dieses eine Mal sich vergangen habe. Man will aber noch mehr aus dem Burschen herauspressen, und so muss der Scharfrichter ihm einige Folterinstrumente zeigen, um ihn so zu weiteren Aussagen zu bringen.
Obwohl die Untersuchung klar erweist, dass es sich bei dem Angeklagten um einen offenkundig Schwachsinnigen handelt, wird das Urteil über ihn gefällt.

Der Spruch lautet:
"... ist der Delinquent mit dem Schwert vom Leben zum Tod zu bringen, das Vieh aber, da es noch vorhanden, durch den Scharfrichter totzuschlagen und zu vergraben. 18.09.1721 Birkenfeld."

Bereits am 27.10.1721 wird das Urteil durch die Hochfürstl. Markgräfl. Badische Regierungskanzlei in Rastatt bestätigt.

Bericht über die Hinrichtung:
Die Hinrichtung fand am 25.11.1721 statt - Begleitet von dem Amtsausschuss, 4 Geistlichen und unter dem Gesang der Kinder und dem Läuten der Glocken wurde der Delinquent zur Richtstatt geführt. Nach der Hinrichtung wurde er auf der Stelle verscharrt, das Vieh aber auf dem Wasen totgeschlagen und dort vergraben (5).

Hans Peter Nagel hatte 11 Kinder. Es interessieren hier nur die mit dem "unehrlichen" Gewerbe weiterhin verbundenen:

a)
Hans Peter, * um 1677/81 (?), oo 20.09.1703 im Dom zu Frankfurt katholisch Katharina Nagel, Tochter von Dietrich / Theodor Nagel, Scharfrichter in Montabaur.
b)
Maria Agnes, * Starkenburg 09.06.1690, oo Starkenburg 20.06.1724 Joh. Lorenz Bickler (Bückler), Scharfrichter in Gemünden und Verwandter des Schinderhannes. + Gemünden 01.04.1750
c)
Hans Adam, * Starkenburg 10.05.1694, war zweimal verheiratet oo I. Dickenschied 01.05.1714 Jacobina Bickler, Tochter von Hans Adam Bickler in Dickenschied. oo II. Starkenburg 27.06.1729 Maria Elisabeth Bickler. Beide Frauen entstammen zweifellos Wasenmeistersippen.
d)
Johann Jakob, * Starkenburg 04. Sonntag nach Ostern 1700. oo I. Altenkirchen 20.07.1723 Maria Catharina Molter, Tochter von Hans Martin Molter, Scharfrichter in Kirchen. oo II. Altenkirchen 02.02.1731 Maria Catharina Koch, Tochter des ... Koch, Scharfrichter in Ransbach. oo III. Wadern 18.09.1764 Maria Elisabeth Falck, Witwe von Johannes Falck, eine arme Frau.

Der Bruder des Hans Peter Nagel - Johann Adam Nagel lebte seit 1690 auch in Starkenburg und wird als Gehilfe bei seinem Bruder Hans Peter tätig gewesen sein. Er hatte 8 Kinder, von denen auch wieder zwei im Milieu blieben:

a)
Hans Heinrich, * Starkenburg 20.03.1695 war vermutlich zweimal verheiratet, es sind aber nur die zweite Frau und deren Kinder bekannt. oo II. Wittlich 02.03.1737 Maria Katharina Dillenburg, Tochter von Johann Philipp Dillenburg, Scharfrichter in Wittlich.
b)
Anna Catharina, * Starkenburg um 1701, oo 29.05.1725 Johann Nikolaus Knapp, Schütze in Wisselbach und Sohn von Johann Albert Knapp, Scharfrichter in Heimbach.

Hans Adam Nagel, Sohn von Hans Peter, wird seit 1740 Nachfolger seines Vaters als Scharfrichter in Starkenburg. Er hat, obwohl zweimal verheiratet, nur zwei Kinder. Aus der 1. Ehe eine Tochter Maria Katharina und aus der 2. Ehe einen Sohn Nikolaus. Hans Adam Nagel war als tüchtiger Chirurg bekannt und starb im Dezember 1734 in Starkenburg.

Die Tochter Maria Catharina, * Starkenburg 03.06.1725, oo 23.03.1748 in der Klosterkirche zu Enkirch den Eberhard Schmid, der katholisch war. Trotz eifrigen Nachforschens gelang es nicht, die Herkunft des Schmid zu klären.

Es ist aber anzunehmen, dass der von der Scharfrichtersippe Schmid in Gemünden stammt. Schmid muss vor seiner Heirat bereits als Gehilfe des Hans Adam Nagel tätig gewesen sein.

Zwischen Eberhard Schmid und seinem Schwager Nikolaus Nagel entbrennt 1760 ein heftiger Streit um den alleinigen Besitz der Scharfrichterei und der Wasenmeisterei in Starkenburg.

Aus den Prozessakten ist zu erfahren, dass nach dem Tode des Hans Adam Nagel 1734 sein Vetter Hans Heinrich Nagel das Amt für die noch minderjährigen Kinder verwaltete. Nach seinem Tode 1748 erhebt nun Maria Katharina Nagel verh. Schmid allein Anspruch auf das Amt, während ihr Bruder Nikolaus die gleichen Rechte geltend macht.

Aus einem Bericht des Regierungsrates Vischer von Trarbach an den Markgrafen ergibt sich, "dass Eberhard Schmid den Wasenmeister -und Nachrichterdienst bereits 20 Jahre versieht und erfahrener und geübter Wundarzt ist und dem Volke sehr dienlich ist." Der Streit endet dann so, dass Eberhard Schmid das Amt erhält und seinem Schwager eine Abfindungssumme von 75 Rthlr. zahlt (6).

Eberhard Schmidt hatte 8 Kinder, von denen der Sohn Johann Emmerich die Nachfolge des Vaters antritt.

Johann Emmerich Schmidt, * Starkenburg 19.08.1753, oo Enkirch 16.11.1782 Christina Bickler (Bückler) aus Hillscheid b. Thalfang.
Aus dieser Ehe gingen 5 Kinder hervor, von denen ein Sohn und zwei Töchter bereits im Kindesalter sterben. Es überleben der Sohn Eberhard, * Starkenburg 04.11.1785 und die Tochter Susanna, * Starkenburg 31.12.1788.

Inzwischen waren umwälzende Ereignisse eingetreten. Mit dem Einrücken der Franzosen wurden alle vor dem Gesetz gleich. Die Folter wurde abgeschafft, und auch der Wasen hatte nicht mehr die Bedeutung wie früher. So wurde die Chirurgie wohl die Haupteinnahmequelle der bisherigen Wasenmeister und Scharfrichter.

1807 schickt Johann Emmerich Schmidt seinen Sohn Eberhard deshalb zum Studium der Chirurgie nach Straßburg, von wo er zwei Briefe nach Hause schickte, die noch im Original erhalten blieben. Schrift und Stil der Briefe deuten auf einen für die damalige Zeit recht hohen Bildungsstand des Schreibers, der immerhin erst 22 Jahre als war (7).
Wie weit er sein Studium betrieben hat, ist nicht zu ersehen.

Er heiratet am 13.10.1809 die Christina Carolina Nagel, Tochter von Matthias Nagel in Bärenbach. Sie ist ein Nachkomme des Matthias Nagel, eines Urgroßonkels der Frau des Eberhard Schmid.
Aus der Ehe geht nur eine Tochter hervor: Christina Susanna, * Starkenburg 03.12.1810. Sie oo I. Johann Nikolaus Marx, der 1822 in Halle Theologie studiert, aber bereits 1839 in Starkenburg als cand. theol. stirbt.

Auch die anderen Nachkommen der Sippe Nagel gingen in "ehrliche" Berufe und heirateten Söhne und Töchter von "ehrlichem" Stand (8). Weitergehendes genealogisches Material befindet sich beim Verfasser.

Quellen:
Kirchenbücher der verschiedenen Pfarreien im Bistumsarchiv Trier. Evgl. Kirchenbücher im Landeshauptarchiv (LHA) Koblenz.

Anmerkungen
Von Michael Macklot "Wesentlicher Inhalt des beträchtlichsten Theils der neueren Hochfürstl.-Markgräfl. Badischen Gesetzgebung usw. usw.: Carlsruhe
1782.
2) LHA Koblenz Abt. 22 - Nr. 6944.
3) LHA Koblenz Abt. 36 - Nr. 2777.
4) LHA Koblenz Abt. 33 - Nr. 5973.
5) LHA Koblenz Abt. 33 - Nr. 6561.
6) LHA Koblenz Abt. 33 - Nr. 4152.
7) Brief des Eberhard Schmid aus den Familienakten des Herrn Ernst Schneider in Starkenburg, dem für die Überlassung zu danken ist.
8) Wie 7.
9) Versch. Arbeiten v. Annette Grünewald.

Anmerkungen:
Scharfrichter-Familien haben stets wegen der "erzwungenen" engen Heiratskreise und des daraus resultierenden Implexes das Interesse der Genealogen gefunden. Die "Aura der Unehrlichkeit", die von den Scharfrichtern und Abdeckern ausging, war bis ins 19. Jahrhundert hinein wirksam. Erst ein akademisches Studium oder das "unter die Fahne gehen" - zum Militär also - mochte für manchen Henkerssohn den Zugang zu "ehrlichen" d.h. u.U. auch "zünftigen" Berufen und damit zur gesellschaftlichen Integration öffnen. Auf der anderen Seite waren es aber gerade die Gedanken und Ideen der französischen Aufklärung, die für eine allgemeine Emanzipation - wir würden heute sagen von Outsidern und Randgruppen - auch in Deutschland wirksam wurden. - Die Arbeit von Otto Münster muss umso willkommener sein, als gerade hier eine Ergänzung zu dem wohl jüngsten zweibändigen Standardwerk von Glenzdorf/ Treichel: Henker, Schinder und arme Sünder, Bad Münster 1970, geboten werden.

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Genealogy:Vom traurigen Ende eines ehemaligen Scharfrichters
Posted by: Elmar Grünewald on Aug 4 2014 04:00

Vom traurigen Ende eines ehemaligen Scharfrichters

von Annette Grünewald

Saarländische Familienkunde
Jahrg. IX / 1976 - Heft 34

Neubearbeitung: Kai P. Bauer

Im katholischen Kirchenbuch der Pfarrei Bettingen, das im Standesamt Schmelz verwahrt wird, ist eine Eintragung vom 18. Oktober 1766 zu finden, nach der an diesem Tage fromm und mit den Sterbesakramenten versehen verschieden ist der ehrsame bettelarme Mann und Witwer Johannes Jacobus Nagel, stammend aus dem kurtrierischem Land, d.h. aus Starkenburg bei Trarbach.

Er wurde am folgenden Tage in Bettingen beerdigt. Als Zeuge machte sein Handzeichen der Sohn des Verstorbenen Georg Nagel, gebürtig aus "Niederhoven".

Die Sterbeeintragung ist in mehr als einer Hinsicht seltsam. Zunächst gehörte Starkenburg im 18. Jahrhundert nicht zu Kurtrier, sondern zum Oberamt Trarbach der Hinteren Grafschaft Sponheim, die zum weitaus größeren Teil das neue Bekenntnis angenommen hatte.

Die ganz wenigen Katholiken von Starkenburg wurden, als öffentliche katholische Religionsausübung im Jahre 1685 dort wieder möglich wurde, von den Franziskaner-Rekollekten in dem vier Kilometer entfernt an der Mosel gelegenen Dorf Enkirch betreut.

Zudem erhebt sich die Frage, inwieweit ein in Starkenburg geborener Nagel ehrsam sein konnte, waren doch alle in Starkenburg festzustellenden Träger des Namens Nagel als Angehörige von Scharfrichter -und Wasenmeistersippen "unehrlich"; sie galten als ehrlos und konnten z.B. nicht Angehörige einer Zunft sein.

Es lohnte sich also, nach einer Erklärung für die zweifelhafte Sterbeeintragung zu forschen. Dass eine solche gefunden wurde, dürften die folgenden Ausführungen zeigen.

Die unehrliche Sippe Nagel war 1622 von Koblenz aus nach Hambach nördlich von Birkenfeld gekommen, wo Meister Hans Thonges mit dem Amt eines Scharfrichters und Wasenmeisters der Hinteren Grafschaft Sponheim belehnt worden war.

Hans Thonges aber war in dem von Kurköln an Katzenelnbogen verpfändeten Städtchen Rhens geboren und im Jahre 1597 dort evangelisch getauft worden. Als seine Eltern die Scharfrichterstelle in Koblenz erlangten, finden wir sie mehrfach im katholischen Kirchenbuch von Koblenz-Liebfrauen aufgeführt.

Ein Nachfahr des genannten Hans Thonges, Hans Peter Nagel, heiratete am 18.05.1676 in Heiligenbösch, einem ehemaligen Wallfahrtsort bei Schwollen nördlich von Birkenfeld, vor dem evgl. Religionsdiener Anna Catharina, eine Tochter des Scharfrichters Dorsch aus Sobernheim. Wo das Ehepaar in der Zeit von 1677 bis 1681 Kinder hat taufen lassen, ist nicht aufgeklärt.

Hans Peter Nagel läßt dann als Wasenmeister (Abdecker) von Talling bei Thalfang drei Kinder taufen:

1.
Anna Margaretha, geb. 10.07.1682, get. 15.07.1682 in Thalfang. Das Kind wurde als "Maria Margreth" am 19.07.1689 in Starkenburg beerdigt.
2.
Anna Barbara, geb. 24.02.1684.
3.
Anna Magdalena, geb. 25.07.1686.

Dann siedelte der Vater dieser Kinder mit seiner Frau Anna Katharina nach Starkenburg über (Pfarrei für den evgl. Bevölkerungsteil: Irmenach-Starkenburg).

Hier folgen höchst lückenhafte Taufeintragungen:

4.
Anna Christin, get. 28.02.1688;
5.
Lückenhafte Taufeintragung, aus der nicht einmal zu ersehen ist, ob ein Sohn oder eine Tochter getauft wurde, am 09.061690. Paten sind nicht angegeben. Es könnte sich um die am 20.06.1724 in Starkenburg reformiert heiratende Maria Agnes Nagel handeln, die am 01.04.1758 in Gemünden verstarb. Ihr Mann, Johann Lorenz Böckler, Nachrichter in der Freiherrlichen Herrschaft Gemünden und Schmidtburg, war ein Verwandter des "Schinderhannes".
6.
Notgetauftes Kind 1. Sonntag post Trin. 1693 (mitten im Mai); es wird begraben am 07.07.1693 in Starkenburg.
7.
Lückenhafte Eintragung: Taufe am 16.05.1694 in Starkenburg.
8.
Maria Catharina, get. 24.02.1697 in Starkenburg.
9.
Söhnlein, get. Dominica Cantate 1700, gejachtauft = notgetauft. Da das Kind nicht alsbald verstirbt, ist die Eintragung vermutlich auf den am 18.10.1766 in Bettingen versterbenden Johannes Jacobus Nagel zu beziehen, da weder das evgl. Kirchenbuch von Irmenach-Starkenburg noch das katholische Kirchenbuch von Enkirch in diesen Jahrzehnten von der Geburt oder Taufe eines Johannes Jacobus Nagel berichten.
10.
Töchterchen, getauft am 29.06.1704 in Starkenburg, in der Kirche (Kapelle) zu Starkenburg am 07.08.1707 beerdigt.

In Starkenburg wohnten auch "unehrliche" Katholiken des Namens Nagel, die mit den evgl. Nagel daselbst auf einen Stammvater zurückgehen.

Als Vater unseres Johann Jacob könnte auch in Frage kommen der Meister auf Starkenburg Hans Adam Nagel, der am 14.01.1688 in Berglicht katholisch heiratete und seine zahlreiche Nachkommenschaft zuerst in Heinzerath, dann in Enkirch taufen ließ.

Unter seinen Kindern befindet sich aber kein Johann Jacob, obwohl in der Zeit vom 29.03.1688 bis zum 12.08.1705 durchschnittlich alle zwei Jahre, wie bei unehrlichen Leuten damals üblich, ein Kind getauft wurde.

Außerdem sprechen gegen Johann Jacob Nagels Abstammung von einem katholischen Nagel die Angaben der evangelischen Kirchenbücher von Altenkirchen.

Johann Jakob Nagel wandert nämlich aus. Am 20.07.1723 heiratete er in Altenkirchen im Westerwald vor dem lutherischen Religionsdiener Anna Margretha, die Tochter des Scharfrichters in Kirchen Hans Martin Molter, dann daselbst am 02.02.1731 Maria Catharina, die reformierte Tochter des Scharfrichters Koch in Raubach vor dem reformierten Geistlichen.

Maria Catharina stirbt nach dem reformierten Kirchenbuch von Altenkirchen am 03.06.1742; sie wird am 05.06.1742 beerdigt.
Dass ihr Witwer Johann Jacob Nagel der Sohn des evangelischen Nachrichters Johann Peter Nagel von Starkenburg ist, ergibt sich aus der Heiratseintragung vom 20.07.1723.

Aus der ersten Ehe hatte Johann Jacob Nagel drei in den Jahren 1724, 1726 und 1728 geborene Söhne; Johann Wilhelm, Johann Ernst und Johann Theis.

In der zweiten Ehe werden ihm von 1731 bis 1742 drei Töchter und vier Söhne geboren, von denen der älteste, der am 03.03.1734 geborene Johann Georg Wilhelm Nagel heißt. Bei ihm handelt es sich um den in Niederhofen beheimateten Sohn Georg, der bei der Beerdigung des Vaters Johann Jacob anwesend war.

Niederhofen, ein ganz katholischer Ort, gehörte zur Pfarrei Scheuern, von 1751 bis 1782 aber zur Pfarrei Thalexweiler.
In deren Taufbuch finden wir, daß die Eheleute Georg Nagel und Margarethe geb. Speltz aus Niederhofen am 12.04.1765 einen Sohn Wilhelm, am 25.03.1768 eine Tochter Margarethe und am 09.07.1770 einen Sohn Johannes taufen lassen.
Die Eheleute Georg Nagel, unstet wie Georgs Vater, verziehen dann von Niederhofen.
Am 09.01.1775 wohnen sie in Otzenhausen. An diesem Tage wird ihnen in Nonnweiler ein Sohn Johannes getauft. Unehrlich klingende Namen finden sich bei den Paten der Kinder nicht.

Es ergeben sich aber noch weitere Ungereimtheiten:

Der ältere Bruder Johann Peter des Hans Jacob Nagel, der in der unaufgeklärten Zeit von 1677 bis 1681 geboren sein dürfte, heiratete nämlich am 20.09.1703 im Dom zu Frankfurt am Main Catharina, die Tochter der verstorbenen und zweifellos katholischen Scharfrichtereheleute Diedrich Nagel und Margaretha aus Montabaur.

Und der zweiteheliche Sohn von Johann Jacob Nagel selbst, der am 26.05.1740 in Altenkirchen geborene und am 27.05. reformiert getaufte Johann Joseph (in der Taufeintragung: Johann Jost) Nagel heiratet am 19.06.1775 in Koblenz-Liebfrauen katholisch die Barbara Morschbach, Tochter der Wasenmeistereheleute Peter Morschbach und Ann geb. Lux aus Niederbieber bei Neuwied.

Der trauende katholische Geistliche vermerkte bei der Taufeintragung, beide Brautleute seien Kinder von Henkern gewesen.

Zwanzig Jahre später, am 14.10.1795, wird dem Ehepaar in Segendorf ein Sohn Johann Wilhelm Nagel geboren, der evangelisch und, vor der Firmung "sub condicione" katholisch getauft wird. Er geht am 14.03.1808 in Irlich am Rhein zur ersten Kommunion. Er heiratet am 14.03.1817 in Segendorf vor dem evangelischen Religionsdiener, wird aber am 26.04.1849 in Irlich katholisch beerdigt.

Bei der Heirat seiner Eltern am 19.06.1775 vermerkt der katholische Geistliche, der Verlobte Joseph Nagel aus Altenkirchen sei "ob famulatum parochianus noster"; der Verlobte war also im Jahre 1775 Wasenknecht in Koblenz.
Aus welchen Gründen auf seine Zugehörigkeit zur katholischen Konfession geschlossen wurde, sagt die Heiratseintragung nicht. Die Angelegenheit ist umso mysteriöser, als der Vater der Verlobten, Peter Morschbach, wegen seiner katholischen Konfession aus dem Amt als Wasenmeister zu Segendorf im Wiedischen im Jahre 1765 entlassen worden war (Kurtrier. Kammerprotokolle von 1765 - St.A. Koblenz Abt. 1 C Nr. 10 642, § 602 - und Abt. 1 C Nr. 10 643, § 658).
Peter Morschbach erhält das Kurfürstliche Patent als Wasenmeister und Nachrichter, das nach Ableben des Wasenmeisters in St. Wendel vakant geworden war ( 10.04.1765), tritt die Stelle aber offenbar nicht an.

Bezeichnend für die schlechte wirtschaftliche Qualität der Stelle in St. Wendel ist der Begleitbericht der Kammer:

Zufolge Auszugs des protocolli vom 21.08.1760 habe zwar Wasenmeister Jacob Hoppe von Trassem Patent erhalten gegen Erbieten von 6 rthlr pro canone und 70 rthlr pro laudemio. Er habe die 70 rthlr aber nicht aufbringen können und habe sich daher verloren. Ebenso habe Caspar Gülich, so 50 rthlr erboten, auf die an ihn gerichtete Zuschrift nichts mehr von sich hören lassen. Da nun Supplicant Morschbach 30 rthlr pro laudemio mändlich erboten habe, sich jedoch wegen der Schlechtigkeit des Wasums zu keinem canone verstehen wolle, werde die Entscheidung anheimgestellt.

In dem Patent vom 10.04.1765 wird die vakante Stelle in St. Wendel dem Peter Morschbach und zwar Wasum und Nachrichterei, ohne Erwähnung von Laudemium und Kanon, übertragen; er sieht aber ein, dass die Stelle eine Familie nicht ernähren könne. Es sei hier bemerkt, daß Laudemium die Gebühr für die Übertragung des Wasens, Kanon die jährlich zu leistende Abgabe ist.

Noch nach 1780 saß in Segendorf, jetzt Niederbieber-Segendorf bei Neuwied, ein Wasenmeister namens Joh. Görg Morßbach, der katholisch war und seine zweite Ehe am 21.09.1773 in der katholischen Kirche von Irlich schloss.

Kehren wir nunmehr zu dem früheren Wasenmeister und Nachrichter von Altenkirchen Johann Jacob Nagel zurück, der noch am 31.05.1742 ein Söhnchen taufen ließ und am 18.10.1766 in Bettingen bettelarm verstarb.

Seine zweite Frau Maria Catharina geb. Koch ist kurz nach der Geburt ihres jüngsten Kindes am 03.06.1742 in Altenkirchen verstorben und dort am 05.06.1742 beerdigt worden.

Das bisher mitgeteilte Wechseln der Konfession bei den Angehörigen der Sippe lässt sich nicht mit der altbekannten Erwägung rechtfertigen, dass unehrliche Leute sehr oft unter den Geistlichen der verschiedenen Konfessionen wechselten und sich an den ihnen Bequemsten zu wenden pflegten.

Hier lag der Fall völlig anders, wie wir aus den Akten St.A. Koblenz Abt. 30 (Grafschaft Sayn-Altenkirchen) Nr. 3780 und 3781 erfahren.

Hans Jacob Nagel ist von Altenkirchen "ausgerückt", vermutlich unter Mitnahme seiner Schwägerin, der Schwester seiner im Juni 1742 verstorbenen Frau.

In einem Bericht vom 22.07.1743 heißt es:

Der bisherige Nachrichter und Wasenmeister Nagel allhier in Altenkirchen hat vor kurzem um Dispensation, seiner verstorbenen Frauen leibliche Schwester, des Nachrichters Koch zu Raubach Tochter, heiraten dürfen, Ansuchung getan. Da die Eltern des Mensch mit der Heirat durchaus nicht einverstanden waren, hat man ihm aufgetragen, das Mensch aus dem Haus zu entfernen. Darauf hat er sich mit ihr bei Nacht und Nebel fortgemacht und seine fünf noch unerzogenen armen Kinder sitzen lassen. Deren mütterlicher Großvater, der schon gedachte (reformierte) Nachrichter Koch zu Raubach, muss die Kinder jetzt mit alimentieren und erziehen. Er hat gebeten, seinem Sohn Franz Koch, welcher des Nachrichters Willtraut von Daaden Tochter, lutherischer Religion, zur Ehe hat, die Wasenmeisterei gegen jährlich drei rthlr zu übertragen, da er dann die Kinder seines Vorgängers bei sich behalten könne.

Die herrschaftliche Regierung, die zu Onolzbach saß, entsprach dem Gesuch am 30.07.1743.

Franz Koch, also der frühere Schwager des Johann Jacob Nagel, gibt als nunmehriger Wasenmeister in Altenkirchen, in einem Gesuch vom 22. Juni 1747 an, er habe bei Eintritt des Altenkirchener Wasens vier verlassene unerzogene Kinder von dem "verlaufenen" Wasenmeister Nagel mit übernehmen müssen, so dass er fünf eigene und vier fremde, im ganzen also neun Kinder zu ernähren habe.

In dem Gesuch, das an das Saynsche Administrationsratskollegium in Ansbach gerichtet ist, bittet er, weil er sonst keine Subsistenz haben könne, es bei den bisherigen Sätzen zu belassen und seinen Kanon nicht zu erhöhen. Wenn es noch einer weiteren Darlegung bedürfte, so gibt sie ein Aktenvermerk vom 05.08.1743: Nachrichter und Wasenmeister Jacob Nagel in Altenkirchen sei im Jahre 1743 mit seiner verstorbenen Frauen Schwester entwichen.

Am 22.07.1743 sei der Befehl gekommen, dem Sohn des Nachrichters Koch zu Raubach namens Franz Koch die Wasenmeisterei gegen die offerierten Bedingungen und in Ansehung der Kochischen Kinder zu übertragen.

Damit ist das Rätsel gelöst.

Wasenmeister Johann Jakob Nagel hat sich unter Zurücklassung seiner noch unmündigen Kinder im Jahre 1743 von Altenkirchen entfernt und ist in einem rein katholischen Gebiet "untergetaucht", wo man ihn sicher nicht suchte. Es ist wohl anzunehmen, dass er die Schwägerin, mit der er geflüchtet ist, alsbald, im Zweifel katholisch, geheiratet hat; denn von 1743 bis etwa 20 Jahre danach wird er nicht ledig geblieben sein. So ist es zu erklären, dass er, nachdem ihn auch seine dritte Frau durch Tod verlassen hatte, laut kath. Kirchenbuch von Wadern am 18.09.1764 dort als Johannes Jacobus Nagel "aus Starkenburg bei Trarbach" wohl in vierter Ehe die Maria Elisabeth, Witwe von Johannes Falck, "paupera in parochia nostra", heiratete. Zwei Jahr später, am 18.10.1766, ist er in Bettingen verstorben.

Sein zweitehelicher Sohn Georg bewegte sich, wie wir gesehen haben, mindestens seit 1765 örtlich nicht allzu weit von den Aufenthaltsorten seines Vaters entfernt.

Es ist wohl zu vermuten, dass der Vater spätestens, nachdem er mit der Heirat seiner bisherigen Schwägerin vollendete Tatsachen außerhalb der Sayn-Altenkirchenschen Landesgrenze geschaffen hatte, sich um seine in Altenkirchen verbliebenen Kinder gekümmert und später seinen Sohn Georg veranlasst hat, sich ins linksrheinische Gebiet zu begeben. Vieles deutet darauf hin, dass sie sich anfangs der sechziger Jahre in das Hochwaldvorland geschlagen haben. Beide werden die "Unehrlichkeit" stillschweigend abgestreift haben; Nagel-Vater ist "ehrlich" und als "frommer Katholik" - so die Sterbeeintragung - gestorben.

Kritische Leser werden vielleicht entgegenhalten, es fehle, nachdem Hans Jacob Nagel in der ersten Hälfte des Jahren 1743 "rückte", doch wohl die völlige Klarheit; historische Feststellungen seien weitgehend durch Mutmaßungen ersetzt. Ihnen sei entgegengehalten: In den fleißigen Auszügen und Zusammenstellungen von Wendelinus Stoll aus dem katholischen Kirchenbuch von Oberkirchen findet sich der Name "Nagel" nur einmal: Maria Katharina Nagel, Tochter des Jakob Nagel und Elisabeth Burckholz aus "Gundesweiler", jetzt Gonnesweiler über Türkismühle, damals Filial von Neunkirchen/ Nahe, jetzt selbständige katholische Pfarrei, verstirbt am 25.05.1777 in Oberkirchen.

Im Neunkircher kath. Kirchenbuch aber finden wir folgende verblüffende Heiratseintragung, die aus der lateinischen Sprache übersetzt und verkürzt hier wiedergegeben werden soll:

Nach der Durchführung der erforderlichen Verkündigungen hier und durch den Herrn Pastor in Castel gingen am 09.06.1772 in Neunkirchen die Ehe ein Jacob, ehelicher Sohn von Jacob Nagel, verstorben, und von Maria Magdalena Koch, Eheleute aus Braunhausen, und die ehrenhafte Jungfrau Elisabetha Burckholtz, Tochter der in Gonnesweiler ansässigen Eheleute Christoph Burckholtz und Anna Maria Severin.

Die Geburt oder Taufe des Verlobten Jacob Nagel ist leider in dem ungewöhnlich schlecht geführten Kirchenbuch der damaligen Großpfarrei Kastel nicht zu finden.

Für unsere Zwecke ist dies auch zu verschmerzen: denn die Heiratsurkunde ergibt mit völliger Sicherheit, dass der bisher behandelte Hans Jacob Nagel, Witwer von Maria Catharina Koch (+ 03.06.1742 in Altenkirchen), eine weitere eheliche Verbindung eingegangen ist mit der Schwester seiner verstorbenen Frau, Maria Magdalena Koch, mit der er 1743 von Altenkirchen "gerückt" war.

Ob die ursprünglich reformierte Maria Magdalena Koch förmlich zum Katholizismus übergetreten ist, und ob die dritte Ehe des Hans Jacob Nagel überhaupt vor einem katholischen Religionsdiener geschlossen worden ist, mag dahinstehen; nach dem damaligen kath. Kirchenrecht galt das Tridentinum nur an den Orten, an denen es verkündet worden war; die Nupturienten konnten sich an anderen Orten, an denen im alten Deutschen Reich kein Mangel war, auch ohne Beisein eines Geistlichen das Sakrament der Ehe spenden.

Nachdem die Eheschließung eines Sohnes dritter Ehe des (Hans) Jacob Nagel gefunden ist, sei zum Abschluss noch folgendes mitgeteilt:

Aus der Ehe von Jacob Nagel mit Elisabeth Burckholtz gehen noch in Gonnesweiler hervor:

1.
am 08.04.1773 eine Tochter Anna Catharina, deren Paten der ledige Peter Simon aus Gonnesweiler und Anna Catharina Walter geborene Nagel, jetzt in Gonnesweiler verweilend, waren,
2.
am 19.03.1777 eine Tochter Catharina, die, wie schon mitgeteilt, am 25.05.1777 in Oberkirchen starb. Bei der Geburts- und Taufeintragung der zweiten Tochter bezeichnete der Geistliche die Eltern als vagabundi, nach heutigem Sprachgebrauch als "ohne festen Wohnsitz". Die Richtigkeit dieser Feststellung zeigt sich auch an einer weiteren Taufeintragung, die im kath. Kirchenbuch von Thalexweiler zu finden ist.
3.
Am 14.07.1781 wird in Thalexweiler getauft Anna, Tochter von Jacob Nagel, vagus in Steinbach, und von Elisabetha Burckholtz. Paten waren Anna Schun und Mathias Kuhn, beide aus Steinbach.
Wohin die Kindeseltern dann gezogen sind, ist nicht bekannt und kann auch dahingestellt bleiben. Das Ergebnis der Forschungen ist eindeutig folgendes:

(Hans) Jacob Nagel der Ältere geht 1743 auf die Wanderschaft; er betreibt kein "unehrliches" Gewerbe mehr. Wahrscheinlich ist er niemals förmlich "ehrlich" gemacht worden. Er heiratet in vierter Ehe eine arme, aber nicht unehrliche Witwe Falck, und auch in der Ehe seines Sohnes aus dritter Ehe mit dem "Mensch" Maria Magdalena geb. Koch finden wir keine "Unehrlichen" mehr. Auch die Paten, die oben wiedergegeben sind, tragen keine unehrliche Namen.

So haben Jacob Nagel sen. wie Jacob Nagel jun. nichts mehr mit einem anrüchigen Gewerbe zu tun; sie gelten als ehrlich, aber auch als "vagabundi".

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Genealogy:Suchhilfe: Kirchenbücher und Angebote der Wgf Raum Trier
Posted by: Elmar Grünewald on May 7 2012 10:48
http://www.genealogienetz.de/vereine/wgff/trier/
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Genealogy:Suchhilfe Raum Luxemburg
Posted by: Elmar Grünewald on Feb 23 2012 04:11
www.deltgen.com
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Genealogy:Suchhilfe für Auswanderungen
Posted by: Elmar Grünewald on Feb 22 2012 05:31
www.bremer-passagierlisten.de
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Genealogy:Suchhilfe für Jüdische Familien
Posted by: Elmar Grünewald on Feb 22 2012 05:27
www.jewishgen.org
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Genealogy:Suchhilfe und Erklärungen rund um die Ahnenforschung
Posted by: Elmar Grünewald on Feb 22 2012 05:21
www.igenealogie.net
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Other:Latein Begriffe
Posted by: Elmar Grünewald on Jan 24 2012 09:17

Kleine Lateinhilfe für Kirchenbücher

Latein-Wörterbuch

In unseren Stammtafeln haben wir viele originale Einträge aus den Kirchenbüchern wiedergegeben. Die meisten Einträge sind in Latein gehalten; jedoch haben wir nicht alle Einträge übersetzt. Damit auch der weniger geübte Lateiner mit ihnen zurecht kommt, führen wir in dieser Lateinhilfe die notwendigen Vokabel, Sätze und externe Links für die Transkription und Übersetzung auf:

absens, absentis - abwesend

absque - ohne, ausgenommen, außer

ac = atque - und

accipere - erhalten, in Empfang nehmen; acceperat (Ppf) - (er) hatte erhalten

acicularius (acicularia) - Nadler (Nadlerin), Nadelmacher, Sprengler

acus -us, f. - Nadel, acuum opifex - Nadelarbeiter, Nadler

adhibeo - anlegen, dazu nehmen, hinzuziehen; adhibitis testibus - mit den hinzugezogenen Zeugen

adhoc - hierzu, zu dieser Gelegenheit

adhuc - bisher, bis jetzt, noch immer

adserere, asserere - hinzufügen, erklären; ut pater adserit - wie der Vater erklärt

adustus - gebrannt, gebräunt; vinum adustum - Branntwein; adurere - anbrennen, sengen

aedilis - Ädil, Kirchenältester, Vorsteher, Baumeister

aedituus - Tempelhüter, Küster

aegoliator - Händler, Kleinhändler

aegrotante Abl. von aegrotans - krank

aenus - aus Bronze; aenum - Kessel; s. ahenum

aes, aeris (gen.) - Kupfer

affinitas - Schwägerschaft; dispensati super impedimentum affinitatis primi gradus - mit der Dispens von der Schwägerschaft ersten Grades

agnatio - Verwandtschaft (väterlicherseits); agnatus, agnata - verwandt, Verwandter (väterlicherseits); astantibus agnatis et vicinis - mit den anwesenden Verwandten und Nachbarn

agnitus (v. agnoscere) - anerkannt

agro Abl. v. ager - Acker, Feld, Land, Gebiet, in Tessino agro = im Kanton Tessin

ahenus, aenus - aus Bronze; ahenum - Kessel; ahenorum interpolator - Kessler, Kesselschmied, Kesselflicker

ait - er (sie) sagt, behauptet, versichert; ut ait pater - wie der Vater versichert, erklärt

alias (adv) - ein anderes Mal, sonst, auf andere Weise

aliisque multis, alysq. multis - und vielen anderen

alius, alia, aliud - ein anderer, eine andere, ein anderes

allatus, adlatus - beigebracht; part. von adfero, adferre, attuli, allatum - herbeibringen, beitragen, zustande bringen

allegare - absenden, erwähnen, vorbringen (allegiren), geltend machen

amita - Tante (väterlicherseits), Großtante

ancilla, ancillata, ancillula - Magd, Dienstmagd, Dienstmädchen

annus - Jahr; anno, a., ao. (abk.) - im Jahr; A. D. - im Jahr des Herrn; 73 annorum - von 73 Jahren

ante (praep. acc.; adv.) - vor; vorn, vorher

ante meridiem; a. m. - vormittags

ante missam ad hoc cantatam - vor der zu dieser Gelegenheit gefeierten Messe

antecedere - vorangehen; die antecedenti - am vorangegangenen Tag

antequam, ante quam - eher als, ehe, bevor

aperire - öffnen, eröffnen, erschließen, aufdecken, klarmachen, enthüllen; rem tandem aperientes - als sie die Sache endlich aufdeckten

apoplexia - Apoplex, Schlaganfall; apoplexia tactus = von einem Schlaganfall getroffen

apud (parentes) - bei (den Eltern)

Aquisgranum, Aquisgrani, Aquisgranensis (Adj.) - Aachen, in Aachen, Aachener, aus Aachen (Adj.)

Arapolitano - Bürger aus Ahrweiler

Arch.ali, Arch.Ali, A.lis, Alis, Apleus, Abkürzungen von Archiepiscopalis oder Archiepiscopaleus - erzbischöflich; ex delegatione Aplea = von der erzbischöflichen Delegation

Arch.Opus, Archiepiscopus - Erzbischof

arcularius - Schreiner, Tischler

aspectantibus - s. spectantibus

assignare - zuweisen; in loco a me assignato - an dem von mir zugewiesenen Platz

astantibus, part. abl. pl. von astare - dabei stehen; astantibus vicinis et agnatis - mit den anwesenden Nachbarn und Verwandten

at - aber, hingegen, andererseits

attamen - aber doch

attestor - bezeugen, beweisen; ita attestor - so bezeuge ich

attestum - Bescheinigung; attestum interpositae appellationis - Bescheinigung darüber, dass Berufung eingelegt wurde

attingo -tingere -tigi -tactum - berühren; linea attingente - in einer berührenden Linie

aureus - golden, goldfarbig, vergoldet

aurichalcarius - Gelbgießer

aurifex, aurificis - Goldarbeiter, Goldschmied

auriga (m) - Fuhrmann

avuncula - Tante (der Mutter Schwester)

avunculus - Onkel (der Mutter Bruder)

avus - Großvater

avia - Großmutter

balneum - Bad

bannus - feierlicher Spruch, Aufgebot, Schuldspruch, Bann, Verbannung; praevia dispensatione super (tribus) bannis, in bannis dispensati - nach Befreiung von dem (dreifachen) Aufgebot

baptizatus - getauft, Täufling

baptismalis (adj.) - Tauf-

baptismus - Taufe; baptismus sub conditione - Konditionaltaufe (bedingte Taufe für den Fall, dass nicht sicher gestellt ist, ob jemand gültig getauft ist, z.B. nach einer Nottaufe)

benedico, benedixi - segnen, ich habe gesegnet

benedictio - Weihe, Segen; benedictionem nuptialem receperunt / obtinuerunt - haben den ehelichen Segen erhalten, sind verehelicht worden; post fontis benedictionem - nach der Weihe des Taufbeckens

borealis - nördlich

bractearius, bracteator - Blechmacher, Plattenmacher, Spengler, Goldschläger

brassator, brasiator, braxator - Brauer, Mälzer

caelebs, caelebis - unvermählt, unverheiratet, ehelos

caementarius, cementarius, coementarius - Maurer

calcarius, chalcarius - Kalkbrenner, Kalkmacher

calciarius - Schuster, Schuhmacher

calefactor - Heizer, Hausmeister, Bediensteter, Kalfaktor

capitaneus - Kapitän, Offizier; capitaneus pedestris - Infanterieoffizier

carbo, carbonis, m. - Kohle; carbonum revenditor - Kohlenhändler

carbonarius - Köhler

carcer, carceris - Gefängnis, Gewahrsam, Kerker

Carmelitus - Karmeliter

carpentarius - Zimmermann, Stellmacher

caupo, cauponis, m. - Schenkwirt, Gastwirt

cautio - Vorsicht; Versicherung, Versprechen, Sicherstellung, Kaution

celebratio - Feier; in missae celebratione - in der Messfeier

cementarius - Maurer

centenarius - hundert enthaltend, hundertjährig, Anführer einer Hundertschaft, Zentgraf; centenarius librarum, centenarium - Zentner, 100 Pfund; centenarium - hundertjähriges Bestehen, Jubelfest

cerevisia - Bier, cerevisiae brassator - Bierbrauer

cerevisiarius - Brauer, Bierbrauer

circiter (adv., praep.) - ungefähr, bei

civis - Bürger

claustrarius - Schlosser

coctor, coctoris - Koch; vini adusti coctor - Weinbranntbrenner

cocus - Koch

coementarius - Maurer

coemeterium, coemiterium - Friedhof; 1ma Martii in hoc coemeterio sepultus (seps) - am 1. März auf dem hiesigen Friedhof beerdigt

cognatio - Blutsverwandtschaft, Verwandtschaft (mütterlicherseits); cognatus - verwandt, zugehörig, verbunden, Verwandter; s.a. agnatio

colportator parvarum mercium - Kleinhändler, Wiederverkäufer, Hausierer

comitia, comitiorum, n. - Komitien, Volksversammlung

comitium, n. - Versammlungsplatz, Wahlort, Amtshaus

commorans (commorantem, acc.) - wohnhaft; commoratus - wohnhaft gewesen; commorari - verweilen, sich aufhalten; persona aquensis qua per aliquot hebdomades haec in parochia commorata - eine Person aus Aachen, die sich für einige Wochen in der hiesigen Pfarrei aufgehalten hat.

communitas - Gemeinschaft, Gemeinde

condictio - Kündigung, Rückforderung

conditio - Bedingung; certis conditionibus - unter bestimmten Bedingungen; sub conditione - unter der Bedingung

conducere - zusammenführen; anwerben; mieten, pachten, conduciren

confectura - Anfertigung; panni confecturae magister - Meister der Tuchfertigung, Tuchfabrikationsmeister

conferre, fero, tuli, latus - zusammentragen, -bringen, -fassen, -ziehen; baptismus collatus est - die Taufe ist vollzogen worden

conjungo - verbinden, verknüpfen; matrimonio conjunxi - habe ich durch die Ehe verbunden

cj., conjuges, conjugum - Eheleute; cjgm (Akk. conjugem oder Gen. Pl. conjugum), cjgis (Gen. conjugis), coniux, coniunx - Ehegatte, Ehegattin

conjugum primi / secundi thori (in Imo / IIdo thoro ) - Eheleute in erster / zweiter Ehe

consanguineus - blutsverwandt, Blutsverwandter

consanguinitas - Blutsverwandtschaft; in quarto consanguinitatis gradu - im vierten Grad der Blutsverwandtschaft, s.a. dispensatione, impedimento

consensus, us, m. - Übereinstimmung, Einigkeit, Einstimmigkeit; consensus parentum - Einwilligung der Eltern (bei der Heirat)

consumptus pt. pf. pass. von consumere - verbraucht, aufgezehrt; diuturno morbo consumptus - von langwährender Krankheit dahingerafft

contagio - Berührung, Ansteckung

contagiosus - ansteckend, kontagiös

contentissimus - zufriedenst

contestari - als Zeugen anrufen, schwören; ne docerent et contestarentur (+aci) - damit sie nicht lehrten und beschwüren

contraxerunt matrimonium (Pf. von contrahere) (ctraxerunt) - haben die Ehe geschlossen

conversus - Konvertit, Laienmönch; (er ist) übergetreten, konvertiert

copia - Abschrift, Kopie; copia mandati poenalis - Abschrift des Strafbefehls

copulatio - Verbindung, Kopulation

coquus - Koch

coram (+Abl.) - in Gegenwart von

corpus - Körper, Körperschaft; corpus pium - fromme Körperschaft

corrosus - zerfressen

cotiarius - Schleifer

cujus loco stetit - vertreten durch (an dessen Stelle stand)

cuniculus - Mine; unterirdischer Gang, Stollen, Schlacht

cuprum, cupri - Kupfer; cupri opificis - des Kupferarbeiters; cupri fusor - Messing-, Kupfergießer

custos, custodis - Wächter, Hüter, Aufseher, Verwalter, Küster; custos noctis - Nachtwächter

custrix - Hüterin, Verwalterin, Küsterin, Patin; custrici - Paten

cutis - Haut, (met.) Hülle, Oberfläche; cutis dereptor - Hautabzieher, Enthäuter

dare, do, dedi, datus - geben, verleihen, schenken, widmen, überlassen

deferre, defero - herabtragen, darbringen, mitteilen, stattgeben (deferiren)

deflectere, deflexi - abweichen, abwenden; ab haeresi deflexit - hat sich vom Irrglauben abgewandt

degere - Zeit verbringen, wohnen; degensque - und wohnhaft; degentem (acc.) - wohnhaft

deinde- von da an, hierauf, danach, dann

denuntiationibus Abl. pl. von denuntiatio - Ankündigung, Anzeige, Aufgebot

denuo - von neuem, nochmals, wieder

dereptor - Abdecker, Wasenmeister, Fallmeister; cutis dereptor - Hautabzieher, Enthäuter; deripere, deripio, deripui, dereptus - abreißen, entreißen; vgl. direptor, diripere

deservitor - Pfarrverwalter, Deservitor

despondere - verloben; desponsati - verlobte

desuper - von oben herab, im übrigen; desuper (omni meliori modo humillime) implorando - Grußformel am Ende eines Schreibens

detentus - Gefangener; detinere - zurückhalten, festhalten; coram pastore detentorum in carcere - mit dem Gefängnisgeistlichen

dfct, dfcti, dfctae, dfctorum - Abk. für defuncti, ..., des/der verstorbenen

dicasterium - Richterkollegium, Gerichtshof

dictis et/ac/s. scriptis - in Wort und Schrift

dies (Dekl: dies, diei, diei, diem, die; dies, dierum, diebus, dies, diebus) - Tag; dieique - und des (vorgenannten) Tages; dieque - und an dem Tag

dignus - geziemend, angemessen, würdig, wert

dimissus (pt. von dimittere) - entlassen, verabschiedet; ad parochum sponsae dimissi sunt - sie sind zum Pfarrer der Braut entlassen (Vermerk eines Dimissoriale im Heiratsbuch der Pfarre des Bräutigams, d.h. Eheschließung in der Pfarre der Braut)

dimissorialis - s. littera dimissorialis

dioecesis - Diözese, Bistum, Bezirk; ex dioci. Warmiensis - aus dem Bistum Ermland

direptor, disreptor - Plünderer, Abdecker, Wasenmeister, Fallmeister; diripere, diripio, diripui, direptus - auseinanderreißen, zerreißen, entreißen, plündern; vgl. dereptor, deripere

discedo, discessi, discessum - auseinandergehen, sich entfernen, scheiden, schwinden, vergehen

dispensatione (abl.) - Dispens, Befreiung; obtenta in tribus bannis dispensatione - nach Erhalt der Dispens zum dreimaligen Aufgebot; zur Dispens siehe impedimento

dispensatum, dispensati (pl.) - dispensiert, befreit vom Ehehindernis; s. a. impedimento

dissenteria, morbus dysentericus - Durchfall, Ruhr

dissuadere - abraten, widerraten (dissuadiren)

diuturnus - langwährend; diuturno morbo consumptus - von langwährender Krankheit dahingerafft

dolus - List, Täuschung, Falschheit

domesticus - häuslich, zum Haus gehörig, privat, persönlich, eigen

dominicus - dem Herrn gehörig; (dies) dominicus, dominica - Sonntag; dominicis XVII et XVIII post Pentecostem - an dem 17. und 18. Sonntag nach Pfingsten

domus - Haus, Wohnung; domum - nach Hause; domi - zu Hause

durus - hart, dur

ecclesia (Abk. ecclia, eccla) - Kirche; in ecclesia parochiali - in der Pfarrkirche

educatus - erzogen, großgezogen, aufgewachsen

emeritus - ausgedient, verdient, im Ruhestand; emerere, emereo - ausdienen, verdient machen; capitanus emeritus - Offizier im Ruhestand

enitentis - part. praesens gen. von eniti = gebären, s. enixae

enixae - part. perfekt gen. von eniti (enitor, enixus / enisus) = gebären, natae habitantis, enixaeque in ... = geboren, wohnhaft und entbunden / niedergekommen in ...

entia (pl. n. von ens, part. pr. von essere) - Entitäten, Gesamtheit der Dinge, das Existierende; essere, sum - sein, ich bin

ab eodem - von diesem

erga (praep. acc) - in Hinsicht auf, für, gegen

ergo - (praep. gen.) wegen; (coniunct.) folglich, daher, also

etiam - auch

exceptio - Ausnahme; Einwand, Protest (Exception, Exeption)

exercitium - Übung (Exerzieren), Ausübung; exercitium religionis - Ausübung der Religion

excercitus - Heer

exhaustus - erschöpft; viribus exhaustus - entkräftet

expolitor - Polierer, Anstreicher (expolitio = Glätten, Abputzen, Anstrich)

extinctus, exstinctus - erlöscht, verstorben, der Verstorbene

faber Handwerker, Schmied; faber ferrarius - Schmied; faber tignarius - Zimmermann

facultas - Ermächtigung

famulus, famulans - Diener, Gehilfe, Knecht

fasciculus - Bündelchen, Bündel, Bund, Strauß, kleiner Band; sint in fasciculo viventium - sie seien eingebunden in den Bund der Lebenden (1 Samuel 25,29)

favor - Gunst; in favorem communitatis - zugunsten der Gemeinde

fere - nahezu, ungefähr, fast, beinahe, so ziemlich

ferrarius - Schmied

ferruvia, via ferrea, via ferrata - Eisenbahn; a via ferrea - bei der Eisenbahn (Beruf: Eisenbahner)

fervor - Glut, Leidenschaft

fides - Glaube, Vertrauen, Treue, Glaubwürdigkeit, Zusage; ad fidem catholicam conversa - (sie ist) zum katholischen Glauben konvertiert, zum Katholizismus übergetreten; in fidem - zur Bestätigung, zur Beglaubigung, beglaubigt, gezeichnet

filator, lanae filator - Weber, Spinner

foedus - garstig

fossa - Grube, Bergwerk, Bergbau; Loch, Graben, Kanal

fossarius, fossor - Grubenarbeiter, Bergmann; Gräber, Totengräber

fullo, fullonis - Tuchwalker

fratria- Schwägerin, des Bruders Frau

frivolarius - Kleinhändler, Trödler; frivolus - nichtig

fructus - Frucht, Nutznießung, Genuss, Nutzen, Gewinn, Ertrag

frumenti venditor - Getreidehändler

fusor - Gießer

gener, generis - Schwiegersohn, Schwager, Mann der Enkelin oder Urenkelin

germanus, germana - leiblich, echt, Bruder, Schwester

Germanus - German, Germain (Vorname), manchmal auch für Hermann gebräuchlich

globus - Globus, Kugel, Truppe, Schar

glos - Schwägerin; glore matris - (mit der) Schwägerin der Mutter (bei Patenangaben)

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This Web site:Grünewald,Kelten Römer und Germanen
Posted by: Elmar Grünewald on Oct 26 2011 04:36

Grünewald

Grünewald, Kelten, Römer und Germanen

Woher kommt die Grunewald-Familie?

Woher kamen die verschiedenen Zweige der Familie ?

Was ist die Geschichte der Grunewald-Familie?

Die alte deutsche Region Rheinland war die ursprüngliche Heimat des Namens Grunewald.

Grunewald war ein lokaler Name, eine vom Typ hereditärer Familiennamen, die Menschen von den Orten identifiziert, in denen sie lebten.

Landbesitzer, waren die ersten die lokale Namen verwendeten, oft angefügt der Präfix "von",“ zu „ oder "aus", in einigen Fällen als Zeichen der aristokratischen Geburt.

Lokale Namen sind mit Abstand die häufigsten Stil der erblichen Familiennamen. Grunewald war ein Name für jemanden, der in der Nähe zum Dorf im grünen lebte. Grunewald ist ein topographischer Familienname, der einer Person gegeben wurde, die in der Nähe einer Landschaftlichen oder Bauwerksfunktion wie Hügel, Fluss, Kirche oder Typ der Struktur des Dörflichen Lebens( Bäcker, Wagner, Schmied usw.) Namen bilden. Die anderen großen Kategorien von Nachnamen, sind von Ortsnamen abgeleitet worden

Eine große Variation in der Schreibweise der Familiennamen liegt in der frühen Zeit der Rechtschreibung und damit die Schreibweise die noch nicht standardisiert war und später Schreibweisen mit Verzweigung der Familien ändern würde.

Varianten des Namens Grunewald gehören Grünwald, Grünewald, Gruenenwald, Grunewald, Gruenwalt, Grunewalt, Grunenwaldt, Grunewalelt, Grunwald, Grunwaldt und vieles mehr.

Zuerst haben im Rheinland, (Straßburg) seit alten Zeiten die Grunwald-Familie bedeutende Beiträge zu der Region in der feudalen Aristrokratischen Gesellschaft zugesteuert.

In Folge wurde die Familie in lokalen Angelegenheiten und oft mit anderen angesehenen Familien zusammengeführt, von denen einige eine wichtige Rolle in den territorialen Konflikten des Zeitraums spielten.

Nachnamen, erschien nur selten in ihrer modernen Form in den alten Chroniken. Im elften und zwölften Jahrhundert war es üblich, Lateinische Namen in den offiziellen Aufzeichnungen zu finden.

Im Laufe der Jahrhunderte wurden Namen geändert, um Einwanderern zu ihren Namen bei der Ankunft in ihrer neuen Heimat Aussprache und Schreibweise zu erleichtern.

Darüber hinaus die moderne Schreibweise der Familienname in der Regel die phonetische Schreibweise bezieht sich auf die, die während der 17 oder 18 Jahrhunderts entwickelt wurde.

Hunderttausende Europäer, darunter viele Rheinländer, machte die Reise nach Nordamerika zwischen dem 17. und 18.Jahrhundert. Es war eine Flucht vor Verfolgung aus religiösen Gründen und Armut und auch eine Möglichkeit für Menschen ihr eigenes Leben zu beginnen und ihr eigenesLand zu besitzen. Die meisten landeten auf Ellis Island, in New York, bevor Sie in den Bundesstaaten Pennsylvania, Ohio, Texas, Illinois und Kalifornien kamen. Einige waren auch in Kanada gelandete und ließen sich in Ontario nieder, während andere nach Westen in die Prärieprovinzen geleitet wurden. Eine Studie von Personen- und Einwanderungs Listen ergab eine Anzahl von Grunewalds, die Nordamerikas Ufer sehr früh erreichten:

Grunewald Siedler im 18 Jahrhundert :


Heinrich Grunewald, der sich in Pennsylvania, 1738 niederließ

Heinrich Grunewald, der in Amerika 1738 landete

Peter Grunewald, kam nach Pennsylvania 1749

Philip Lorentz Grunewald, kam nach Pennsylvania 1749

Hieronimus Grunewald, kam nach Pennsylvania im Jahr 1754

Andreas Grunewald, der in Nordamerika im Jahr 1837 gelandet ist

P Grunewald, im Alter von 27, landete in New Orleans,

M A Grunewald, im Alter von 25, kam 1849 nach New York

Joseph Grunewald, kamen in Nordamerika im Jahre 1858 an

Conrad Grunewald, der im Allegany (Allegheny) County, Pa 1873 ankam

Karla Grunewald Holamby kam in Brasilien an

Asterix und Obelix Grünewald die Gallier, auch in Amerika

Micki Maus Grünewald/Disney

Die Merowinger Kelten

Die Merowingerzeit 450/480 -750 nach Christus

Die Merowingerzeit leitet ihren Namen von dem Königsgeschlecht der Merowinger ab, das über den germanischen Stamm der Franken herrschte. Verschiedene germanische Stämme, die rechts des Niederrheins gegenüber größeren römischen Städte siedelten, hatten sich schon vor Mitte des 3. Jahrhunderts nach Christus zum Bund der Franken, „der Mutigen“ zusammengeschlossen.Zu ihnen gehörten die Brukterer(Köln); Chatuarier( Xanten): Chamaver(Nimwegen und die Amsivarier(Ems)und weiter Östlich darf die ehemalige Heimat der Fränkischen Salier vermutet werden, die Mitte des 4.Jahrhunderts nach Christus über den Rhein ins römische Reich einfielen. Kaiser Julianus II 360-363 , dessen Onkel Constantinus II den Grenzschutz im Westen als Caesar übertragen hatte, siedelte sie 359 als wehrpflichtige Bauern( deditcii ) auf linksrheinischees Reichsgebiet in der Provinz Germania II und der Provinz Belgica II an. Dort lebten die salischen Franken nach ihren eigenen Volksgesetzen als geschlossene Gemeinschaft, jedoch mit der Verpflichtung, die römische Reichsgrenze zur Küste hin zu schützen.

Die fränkischen Könige:

Unter dem salfränkischen König Childerich I 457-482 , dem nach Chlodio 425-455 und Merowech geboren 440/450 dritten König der merowingischen Dynastie, begann der Aufstieg der germanischen Franken zu einer mitteleuropäischen Großmacht.Wie die fränkischen Könige Sigibert I geboren 508 in Köln, Ragnachar geboren 486 in Cambrai und Chararich geboren 486 in Nordostgallien in ihrem jeweiligen Militärbezirk war Childerich I zugleich militäischer als auch ziviler Befehlshaber des Nordteils der Provinz Belgica II und durch Rom als König von Verbündeten ( rex foerderatus ) anerkannt. Seine Residenz war das schon zu spätrömischer Zeit befestigte Tornacum/Tournai in Belgien.An der Seite der amtierenden gallischen Heermeister Aegidius und dessen Sohn Syagrius kämpfte er als Verbündeter der Römer gegen die Westgoten bei Orleans 463 und 469 nach Christus gegen die Sachsen an der unteren Loire 470 nach Christus und gegen die Alamannen 470 nach Christus. Als Childerich 482 nach Christus starb gehörte er zu den angesehensten Persönlichkeiten des römischen Galliens.

Nach Chlodewigs Tod wurde das Merowingerreich gemäß der fränkischen Erbfolge unter seinen vier Söhnen mit Bischofsstädten als Königssitze gleichmäßig aufgeteilt. Dabei begriff man die Teilbereiche nicht als eigenständige Territorien, sondern vielmehr als Verwaltungseinheiten eines gemeinsamen Landes. Im Zuge dieser Reichsteilung erhielt Chlodomer 511-524 Orleans die Hauptstadt des späteren Burgund.

Childebert I 511-558 ließ sich in Paris nieder, dem Zentrum des am Ende des 6. Jahrhunderts fassbaren Teilreiches Neustrien ( Neuster,Neuwestreich):

Chlotar I 511-561 der ab 558 bis zu seinem Tod von Paris aus nochmals König über das gesamte Frankenreich wurde, residierte in Soisons. Der älteste Sohn Theuderich I 511-533 bekam als Erbteil die gesamte Rheinlande von Nimwegen bis Basel, die Moselprovinz mit Trier,Metz,Toul, die Civitas Tonger-Maastrich, die nördliche Champagne und einen Teil von Aquitanien.

Zu seiner Hauptresidenz wählte Letzterer zuerst die Bischofsstadt Reims dann verlagerte er den Königssitz nach Metz.

Mit Dagobert I 613-639 verstarb der letzte große Merowingerkönig, er hinterließ zwei minderjährige Söhne. Schon während seiner Lebenszeit standen ihm Pippin der Ältere 580-640 als Hausmeier(Maiordomus-Direktor des Königlichen Haushaltes ) und Bischof Arnulf als Berater zur Seite. Um das Reich schwächende Thronfolgestreitigkeiten zu vermeiden, führten Hausmeier als Vormund die Regierungsgeschäfte für die beiden minderjährigen Söhne. Für Chlodewig II 639-657 in Paris der Sachse Aega und für Sigibert III 633-656 in Metz Pippin der Ältere und dessen Sohn Grimoald.

Durch diese Entwicklung ging die Macht im Merowingerreich allmählich auf die Hausmeier über.

Pippin der jüngere 714-768, ließ beim Papst durch Bischof Fulrad von Saint Denis die Frage stellen, ob es gut sei oder nicht, das Merowinger Könige seien, obwohl sie nicht über Königliche Macht verfügten. Nach der wunschgemäßen Antwort des Papstes,das es besser sei den als König zu bezeichnen , der die Macht hat, ließ er sich im November 751 durch eine Versammlung in Soisson zum König der Franken (Rex Francorum ) ausrufen.Zuvor hatte er den letzten Merowingerkönig Childerich abgesetzt und ins Kloster Prüm geschickt.

Als Papst Stephan II im Jahre 754 Pippin und seine Söhne Karlmann und Karl den Großen 747-814 salbte, war der Aufstieg der Karolinger offiziell zum neuen Königsgeschlecht des gesamten Frankenreiches vollzogen.

Ein Bereich, der den Rhein, einer der wichtigsten deutschen Wasserstraßen, umgibt das Rheinland und ist bekannt für seinen Reichtum an Landwirtschaft und Industrie. Die Ruhr-Tal im Norden ist eines der weltweit am stärksten industrialisierten Gebieten und die Weinberge von der Mosel im Süd-Westen haben Weine, die international renommierten sind.

"Romantische Rheinland" ist in zahlreichen alten Volksliedern und Fabeln verewigt .

Die Region wurde von den Römern besetzt, und viele der schönen und historischen Städte als römische Siedlungen gegründet.

Nach dem Fall des römischen Reiches durch Barbarische Stämme, beherrschten die Franken das Rheinland. Dennoch wurde das Rheinland wieder unter germanischen Führung gebracht, durch „Karl der große“, der größte mittelalterliche König, der Barbaren-Stämme unter der zentrale Orden des Heiligen Römischen Reiches Charlemagne .

Karl der Große 747-814 nach Christus ( angeblich Familienname Grünewald ) :
Karl der Große, der eine legendäre Figur seiner Körperkraft und mutigen Geistes geworden ist, entschied sich für die Stadt Aachen als seine Hauptstadt und der Dom als seine Grabstätte.

Sein Sohn Kaiser Ludwig I der Fromme 813-840 nach Christus

Karl der Kahle 823-877 nach Christus

Ludwig II der Deutsche 804-876 nach Christus

Lothar I 795-855 nach Christus

Ludwig II 822-875 nach Christus

Lothar II 826-876 nach Christus

Im Laufe der Rheinland-Geschichte hat sich vieles dramatisch verändert, als Rheinland Bestandteil Deutscher Nation im 19. Jahrhundert wurde.

Die verschiedenen Fürstentümer im Rheinland wurden schließlich unter dem Namen "Rheinprovinz" nach dem Wiener Kongress 1815 vereinigt.

Zur gleichen Zeit begannen verschiedenen Länder die Schaffung einer modernen, leistungsfähigen und Vereinigten Deutschen Nation zu schaffen. Nach den Revolutionen von 1848 und der Aufstieg von Otto von Bismarck, der "Eiserne Kanzler", Deutschland erweitert seine Wirtschaft und entwickelt sich zu einer Großmacht der Welt.

Fortsetzung folgt



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Genealogy:Ahnenforschung Amt Schmelz
Posted by: Elmar Grünewald on Sep 8 2011 00:55

1. Grünewald Mathias, Holzhauer

* 12.01.1797 Wahlen, + 10.01.1870 Limbach

oo I (S) 28.05.1816 Nunkirchen

Wammy (Wammi) Magdalena Helena

* 28.04.1787 Nunkirchen, + 17.04.1826 Limbach

oo II (S) 27.04.1827 Bettingen

2. Heinz Anna Maria

* 07.09.1797 Gresaubach, + 08.01.1880 Limbach

Kinder aus 1. Ehe:

1. Peter *um 1823 Limbach, + 05.04.1826 Limbach

2. Anna Maria *20.08.1825 Michelbach, + 21.03.1897 Limbach

Kinder aus 2. Ehe:

3. Margareta *19.6.1827 Limbach, + 01.09.1866 Dorf

4. Thomas *28.10.1828 Limbach, + ?

oo I (S) 13.12.1879 Eppelborn Juchem Barbara

oo II (S) 13.03.1886 Illingen Simon Katharina

oo III Heiligenwald Schmidt Katharina

5. Johannes Mathias *23.08.1830 Limbach, + 26.08.1861 Limbach

6. Anna Maria *16.08.1832 Limbach*, + 14.03.1835 Limbach

7. Peter *17.12.1833 Limbach, + 14.03.1837 Limbach

8. Nikolaus * 07.06.1835 Limbach, + ?

9. Barbara *12.06.1838 Limbach, + 13.12.1840 Limbach

10. Johannes * 04.09.1841 Limbach, + 28.01.1867 Limbach

1.1. Grünenwald (Grünewald) Johannes Georg, Holzhauer

S.v. Grünenwald Ludovicus und Lavy Eva

t 20.03.1750 Weiskirchen, + ?

oo (K) 28.11.1775 Limbach

1.2. Quindt (Quint) Anna Maria

T. v. Quindt Johannes, Holzhauer und Breuers Maria Magdalena, wohnhaft im

Farenwald (vermutlich heutiger Großer Horstin Limbach)

Kinder:

1. Gertrud *01.08.1776 Bettingen, + ?

2. Margaretha *28.10.1788 Hüttersdorf, + ?

3. Anna Maria *in Tholey, + ?

4. Mathias * 12.01.1797 Wahlen, + 10.01.1870 Limbach

Bemerkung: Grünenwald (Grünewald) Johannes Georg stammte von Weiskirchen; Eltern ExSilva Mandern Nunc ex Silva Regia Farenwald(vermutlich aus dem Wald Wadern-Nunkirchen von der Waldregion Farenwald (= Stierwald, wo der Gemeindestier gehaltenwurde))

2.1. Heintz Wilhelm, Bauer, Operarius (=Tagelöhner)

S. v. Heintz Dietrich und Zenner Catharina aus Limbach

*19.04.1765 Limbach, + 10.08.1808 Gresaubach

oo (K) 10.01.1795 Bettingen

2.2. Bambach Anna Maria, Bauersfrau

*25.05.1759 Gresaubach, + ?

Kinder: * und + in Gresaubach

* Geburt

+ Tod

oo Eheschließung

t Taufe

(S) Standesamt

(K) Kirche

S. v. Sohn von

T. v. Tochter von

1. Nikolaus *11.11.1795, + 26.06.1804

2. Anna Maria *07.09.1797, oo 27.04.1827 Bettingen mit Grünewald Mathias

3. Margaretha * 03.08.1799, + 09.12.1801

4. Maria *22.01.1801, + 21.11.1801

5. Michael *25.10.1802, + ?

Bemerkung: Bambach Anna Maria, oo I (K) 10.01.1786 Bettingen Demuth Johann

oo III (S) 30.07.1814 Bettingen Littmayer Peter

Kinder aus oo I, * und + Gresaubach:

1. Barbara *22.11.1786, + 24.04.1794

2. Nikolaus *21.11.1788, + 26.04.1794

3. Susanna *02.10.1790, + 24.02.1793

4. Johannes *01.09.1793

2.2.1. Bambach Nikolaus, bubulucs (Ochsentreiber), subulcus (Schweinehirt)

*09.05.1729 Gresaubach, + 14.04.1785 Gresaubach

oo I 28.01.1755 Bettingen (K)

2.2.2. Schlang Susanna

+22.05.1782 Gresaubach,

oo II 31.08.1784 Bettingen (K)

Kammer Anna

T. v. Kammer Mathias und Graus Johanneta aus Brotdorf

*ca. 1747/1752 Bachem oder Brotdorf, + 29.12.1815 Gresaubach,

oo II 27.02.1786 (K) Bettingen Maur Nikolaus

Kinder: * und + in Gresaubach

1. Mathias * 29.11.1755

2. Barbara *22.01.1758

3. Anna Maria *25.05.1759

4. Nikolaus *24.02.1763, + 15.03.1767

5. Susanna *06.01.1767

2.2.1.1 Bambach Peter, bubulucs (=Ochsentreiber), Operarius (Tagelöhner), Bauer

+ 31.10.1777 Gresaubach

oo

2.2.1.2 Zenner Maria

T. v. Zenner Peter

* ca. 1705 Gresaubach, + 09.02.1785

Kinder: * und + in Gresaubach

1. Nikolaus t 09.05.1729

2. Anna Maria t 15.10.1730, + 08.01.1808

3. Elisabetha t 05.08.1732, + 11.08.1763

4.Johann Peter t 27.09.1734, + 13.01.1810

5. Barbara t 01.08.1737, 30.04.1767 Bettingen

6. Mathias t 11.02.1741

7. Nikolaus t 17.10.1743

9. Catharina + 08.05.1751 (3 Jahre und einige Monate alt)

10. Nikolaus *06.09.1751, + 30.04.1795

11. Peter *24.03.1754

Bemerkung: Sterbedaten von Kindern ohne Namensangabe: 23.02.1746 und

06.03.1746.

2.2.2.1Schlang Valentin

* ca. 1692, + 27.04.1762 Gresaubach

oo

2.2.2.2Müller Maria Elisabetha

* ca. 1692, + 08.04.1759 Gresaubach

Kinder:

1. Valentin t 16.02.1716 Kölln (vermutlich Püttlingen), + 16.11.1785 Dorf

2. Susanna *?, 22.05.1782 Gresaubach

3. Mathias * ca. 1720, + 29.09.1790 Gresaubach

4. Infans (Kleinkind) + 22.04.1731 Gresaubach

5. Anna Maria t 19.04.1733 Gresaubach, + ?

6. Barbara *21.04.1735 Gresaubach, + 08.04.1808 Gresaubach

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